Ideale Schmetterlingsbiotope

 

  • Feuchte & trockene Wiesen in unmittelbarer Waldrandnähe
  • Trockene Magerwiesen
  • Trockene in Feuchte Magerwiesen übergehend
  • Ackerränder / Ackerrandstreifen mit reicher Wildkräutervegetation
  • Feuchtwiesen / Feuchtbiotoprandstreifen

 

Angesichts dieser Tatsachen ist die Rolle, die Parkanlagen und Hausgärten zukommt, nicht zu unterschätzen, ist deren Fläche im gesamten Bundesgebiet doch mehr als doppelt so groß wie die Fläche aller Naturschutzgebiete, Naturdenkmale und Naturparks zusammen. In ihnen sollten nach Möglichkeit keine Koniferen oder exotischen Gewächse angepflanzt werden, sondern einheimische Laubhölzer.

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Wie wichtig der Anbau standortgerechter Sträucher und Bäume ist, belegen folgende Zahlen (nach Hintermeier): Brombeeren und Himbeeren bieten Nahrung für 54 Schmetterlingsarten, an Äpfeln und Birnen leben 61 Arten, an Espen 34, an Haseln 44, an Birken 93, an Erlen 55, an Ulmen 50, an Linden 61, an Pappeln und Salweiden über 100 Arten und an Eichen sogar bis zu 160. Des weiteren wurde festgestellt, dass fremde Ziersträucher wie Forsythie, Flieder oder Cordoneaster nur an etwa 10% der Blätter Fraßspuren von Kleinschmetterlingen zeigen, während der Anteil der befressenen Blätter bei Weiden, Birken u. ä. bei über 50 Prozent liegen kann.

Die Salweide spielt außerdem eine wichtige Rolle als Nektarlieferant im Vorfrühling, wenn das Nahrungsangebot für die als Falter überwinternden Tagfalterarten (Zitronenfalter, Tagpfauenauge, C-Falter, Kleiner und Großer Fuchs) besonders knapp ist. Für naturnahe Hecken eignen sich Roter Hartriegel, Waldhasel, Pfaffenhütchen, Gemeiner Liguster, Rote Heckenkirsche, Weißdorn, Kreuzdorn, Schneeball, Schwarzer Holunder und andere. Neben diesen bieten sich Geißblatt, Schwarzdorn, Efeu, Salweide, Wilder Hopfen, Birken, Ulmen und Eichen als Einzelpflanzen an.

Neben einem breiten Angebot an Raupenfraßpflanzen ist jedoch auch ein breites Angebot an Nektarpflanzen für die Falter wichtig. An erster Stelle sei hier die aus Asien stammende Buddleija genannt (ausnahmsweise eine nichtheimische Pflanze), die nicht zu unrecht auch als Schmetterlingsbusch bezeichnet wird. Eine oder zwei dieser Pflanzen locken die verschiedensten Falter an. Zu ihren regelmäßigen Gästen gehören neben vielen Tagfalterarten (z. B. Admiral, Distelfalter, Schwalbenschwanz, Kaisermantel, Kleiner und Großer Kohlweißling, Großes Ochsenauge) auch tag- und dämmerungsaktive Nachtfalter wie die Gammaeule oder die Hausmutter.

Als gute Nektarspender eignen sich daneben Skabiosen, Sonnenhut, Blutweiderich, Europ. Goldrute, Lavendel, Ziertabak, Petunien, Winden, Dost, Fetthenne, Astern, fast alle Arten von Disteln und viele mehr. Rund 100 Nachtfalterarten und 30 Tagfalterarten können als häufige oder gelegentliche Gäste bei der Nahrungssuche in Hausgärten beobachtet werden.

Außerdem sollten die Einheitsrasenflächen, die so manchen Vorgarten „zieren“, aber extrem artenarm und pflegeintensiv sind, in naturnahe, blüten- und artenreiche Wiesen verwandelt werden. Alle Wiesenflächen, auch solche in Gärten und Parks (sofern sie keine Trittbelastungen ertragen müssen), sollten nicht öfter als ein- oder zweimal im Jahr gemäht werden, wobei das Schnittgut abgeräumt werden sollte. Bei einmaliger Mahd sollte der erste Schnitt Anfang Juni und der zweite im August erfolgen, bei einmaliger Mahd ist ein Schnitt Ende September empfehlenswert.

Author: Editor

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